2107 (some journey)

Schöne Scheisse, schon wieder nicht schlafen, dachte der Blunakater und leckte sein Genital. Was hatte er in den vergangenen Tagen aber nicht auch alles versucht. Er trank einen Rotbuschtee. Als er die Schwalbe das letzte Mal sah, schien sie glücklich. Nun, so muss es sein, dachte der Blunakater, Schwalben gehören eben in die Lüfte und in die Freiheit, da werde ich doch nicht verbittern und mich im See ertränken. 8 lange Jahre war die Schwalbe depressiv gewesen. Nun ist es also an mir, auch einen Weg zu finden. Eine so schöne Mütze wie Thorsten Sträter hatte der Blunakater zwar nicht, aber es hilft doch immer, wenn man merkt dass man nicht allein ist. Er *war* allein. Aber die Katerfamilie war irgendwo dort draussen, da war er sicher. Als die Cosmic Psychos den Soundcheck begannen, fühlte er sich von einem Moment auf den nächsten wieder zu Hause. Go the Hack. Lost Cause. Can’ t come in. Out of the Band. Würde er die Rückreise schaffen ? Solange es Punkrock gab, war ihm das egal. Tag- und Nachttanken halfen auch beim Überleben. Genau wie Extra3. Als er am vergangenen Abend ein Foto von seinen Fussnägeln auf Facebook veröffentlichte, erhielt er zwei Likes. Das musste besser werden. Warum stehen hier zwei Nullen, dachte der Blunakater ? Das weiss ich doch selbst, dass mein Konto leer ist… Die Schwalbe flog Richtung Norden. Sie drehte einen Looping aus lauter Lebensfreude, bevor sie an der Küste in Sinkflug ging. Das Meer, endlich. Mag sein, ich bin ein Tropfen im Ozean. Aber was ist der Ozean wenn nicht eine grosse Menge kleiner Tropfen. Die meisten hatten Angst, frei zu sein. Wenn man sich schon tagsüber wie ein Zombie fühlt, weiss man die wenigen Momente zu schätzen, in denen man merkt, dass man lebt. Der Schwalbe war es, als hätte sie aus den Augenwinkeln eine Flaschenpost gesehen, aber ganz sicher war sie nicht. Sie musste lächeln, nein grinsen.

Advertisements

About this entry