aber mit schmackes – Stimmenrausch 2014-12-02

Winston Churchill (140); Hans Krása, zum 115ten; Reinhold Ewald, 40ster Todestag, Ulrich Wildgruber, 15ter Todestag (30. November)
Karl Schmidt-Rottluff, zum 130sten; John Densmore, zum 70sten; Charly Körbel, zum 60sten; Abraham a Sancta Clara, 305ter Todestag; Alvin Ailey, 5ter Todestag (1. Dezember)

“Ich habe nie mehr sein wollen, als ein einfacher Soldat der großen Befreiungsarmee; ich habe in Reih und Glied gekämpft und meine Schuldigkeit getan, und die Namen der einfachen Soldaten werden bekanntlich nur in den Verlustlisten genannt.”

Rudolf Lavant, zum 160sten; z.n.w.

Wird es möglich sein, die Literatur vor der Sprache zu retten? Die Frage erscheint auf den ersten Blick absurd, nicht wahr? Doch sie pocht an unsere Tür. Das neue Jahrtausend und die Epoche des Wassermanns beginnen zweifellos im Zeichen des Ikonischen. Die moderne Kommunikation kürzt über das Zeichen die Wege ab, die die Sprache über Jahrtausende geebnet hat. Die Linearität des geschriebenen und gedruckten Worts ist nicht länger gefragt. Der Mensch wird gewahr, daß sich die geschriebene Sprache durch ihre Linearität von seinen Gedanken und Träumen unterscheidet, die nicht linear sind, die, in ständiger Bewegung begriffen, nach allen Seiten hin ausschlagen und sich verzweigen.

Milorad Pavic, zum 5ten Todestag, aus einem Essay in Die Zeit vom 22. April 1999, übertragen aus dem Serbischen von Bärbel Schulte
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