stimmenrausch 2014-07-19

Einst tanzt es als ein Sternlein hoch im Blau;
Hernieder fiel es und erlosch im Tau.

Ein Schwärmer stieg’s in die entzückte Luft,
Versprühte buntes Licht; nun ist’s verpufft!

Johanniskäfer war’s und glühte schön;
Nun ist’s ein Würmchen, häßlich anzusehn.

Wie Nachtigall sang’s Liebe immerzu;
Ein Käuzchen ward es nun und ruft schuhu.

Ricarda Huch, zum 150sten; aus dem zwölften in: “Neue Gedichte” 1908

“Ich wurde 1929 geboren. Als ich klein war, etwa 7 oder 8 Jahre alt, ging mir ein Gedanke nicht aus dem Kopf: Was heißt es, sterben zu müssen? Wann werde ich sterben? Wie wird das passieren? Was werde ich anziehen? Vielleicht wird mir Mama ihr schönes rosa Kleid geben, das sie genäht hat, Altrosa mit einem goldenen Band. Lieber Dario, alles was ich geschrieben habe, ist, um dir zu sagen, dass ich vor Traurigkeit sterben werde, wenn ich nicht ans Theater zurückkehren kann.”

Franca Rame, zum 85sten; in ihrem letzten Artikel auf dem Blog von Il Fatto Quotidiano, übersetzt von Kathrin Faltermeier
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