Bikes

Sternzeit 1459,9

Eine Horde Hells Angels kam heute an der Mühle vorbei, um für unseren Maurie Solidarität zu zeigen. In den reichlich vorhandenen Pausen musste der sich nämlich mit einem gewaltigen Fäkal- und Sexismusniveau herumschlagen. In seiner Mühle konnte er dann nach Feierabend wieder richtig auftanken. John und Jane hatten sich ein paar Tage lang nicht blicken lassen. Die Rocker ließen das Zackenplankton aber heute mal eingepackt. Es war ihnen nur allzu bewusst, dass das nämlich maßgeblich an verwirrten Bewusstseinszuständen beteiligt war. Auch das Logbuch war wieder mit von der Partie, darin hatte Maurie die beiden Standorte gewissenhaft verzeichnet. Die Fremdenlegionäre waren oft in Afrika gewesen, und wollten sich erst gar nicht auf eine Unterhaltung mit jemandem einlassen, der das noch nicht war. Maurie war heute nackt schwimmen gegangen. Am Strand hatte er mit Hilfe seines Laptops seinen Bibliothekskatalog vervollständigt. Ein Keks war das richtige jetzt. Ein Schokokeks. Dann ein Kaffee. Muße. Müßiggang. Faulenzen. Langeweile. Dann wieder eine halbe Stunde arbeiten. Wir erforschten uns selbst. Zu Hause war ein unbekannter Ort geworden. Die Mühle war nun Maurie’ s neues Zu Hause. Nur die Abstände zwischen den Ortssprüngen schienen noch immer unkalkulierbar. Maurie hatte begonnen, den Legionären, den Hells Angels und seinen Arbeitskollegen vom jeweils anderen Standort der Mühle zu erzählen. Niemand wollte ihm glauben, John und Jane schienen seine einzigen Verbündeten zu sein. Selbst in der Nacht war man vor Flashbacks nicht sicher. Wieso nur schienen alle anderen mal wieder mehr über die zu erwartenden Ereignisse zu wissen als Mauritius ? Zu lange war der nun schon im Ungewissen, er dachte bald eine halbe Stunde nach, dann schaltete er die betreffenden Gehirnareale einfach ab. Zumindest versuchte er das. Im Bus war er meist auf Stand-By. Bei gutem Wetter fuhr er Fahrrad. Als Maurie die Rocker verabschiedete, freute er sich auf ein Wiedersehen mit dem Octopus, der hatte für den nächsten Sprung nach Korsika sein Kommen an die Mittelmeerküste angekündigt. Der war clean. Ein Pilsener Urquell musste jawohl noch erlaubt sein. Einen Suchtmediziner wollen wir lieber nicht befragen. Dann erfolgte ein DoppelSprung. Nun musste Maurie wieder Französisch üben. Weil die Mahlzeiten nicht gerade etwas waren, auf das Maurie sich freute, verzeicnete er seit neuestem seinen Tabak- und Flüssigkeitskonsum im Logbuch, um einen Wochen-, oder noch besser Monatsdurchschnitt zu bilden. Wie es wohl mittlerweile um den Tigerkäfig bestellt war ? Sonne. Wasser. Strand. Meer. Großartig. Seine Peergroups hatten Maurie schon seit Jahren im Stich gelassen, er drehte sich erstmal eine und ging dann in den Hafen. Dort würde er den großen Bären treffen, da war er sich nur allzu sicher. Wind.

Advertisements

About this entry