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Sternzeit 1304,1

‘Ich bin ja so depressiv.’ sagte O. Als Forscher interessierte mich sein Bewusstseinszustand brennend. ‘Du hast dich 20 Jahre lang zugedröhnt, kein Wunder, dass deine Hirnchemie verrückt spielt, wenn du mal eine Woche lang kein Zackenplankton zu dir nimmst.’ Was hatten wir nicht alles versucht. Diese – Tsychose – war schon etwas seltsam. Kein Beinbruch, redete ich mir ein. Endlich konnte ich ein lebendes Exemplar untersuchen. F-42 hatte der Grizzly gesagt. Der Jonglageworkshop auf der Station war ein voller Erfolg gewesen. Die vor sich hinmodernden Patienten waren froh über jede Abwechslung. Gewiss, man konnte ab und zu kickern oder Tischtennisspielen, das half gegen akutes Psychogedöns allerdings wenig.

Wieder zu Hause angekommen stopfte ich mir eine weitere Teepfeife. Ich legte Musik auf. Ich spülte. Ich räumte auf. Ich holte Brötchen für die WG. Ich lernte. Ich staubsaugte. Ich schrieb. Ich sang. Müde wurde ich nicht. Dann führte ich ein weiteres Experiment durch. Dafür benötigte ich ein Telefon. ‘Der Präsident möchte wissen, wie es dir geht.’ sagte ich zu O. ‘Der Präsident kann mich mal’, erwiderte er. Zeit, die Pillen zu nehmen. Okay, eine Pizza. Okay, ein Bier.

Heute abend war der erste Mond voll, der zweite abnehmend. Sie kreuzten den Orbit in eliptischen Bahnen. Und die Gezeiten ? Oh, der Herr. Dazu befragte ich den Ameisenbär. Der fing an zu erzählen und hörte erst spät in der Nacht damit auf. Dann bekam ich einen SSZ. Ich ging schlafen, ohne TV. Bernie würde morgen um 10 vor der Tür stehen und vom Fortschritt des Octopus berichten. Dann musste ich fit sein. Tee war genug da.

Sternzeit 1304,4

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