Der Tag

Sternzeit 1281,9

An diesem Tag war absolut ganz und gar nichts bemerkenswertes geschehen.Wir schrieben den einunddreißigsten Dezember des Sternjahres xyz. Günther piesakte Bernie noch immer. Es war wie eine leise Stimme, die ihm einflüsterte : Du bist nichts und Du kannst nichts. Da kann man schon mal über Mord nachdenken, oder was denkt Ihr ? Diese Stimme begleitete Bernie, seit er denken konnte. Er hatte gelernt, damit umzugehen, aber manchmal brach sich diese Stimme so gewaltig Bahn, dass es Bernie bis ins Mark erschütterte. Die Welt feierte. Unbeeindruckt davon war Bernie um 10 ins Bett gegangen. Wenn die anderen morgen mit einem Kater aufwachten, hatte Bernie schon seinen rituellen Spaziergang gemacht. Klaren Kopfes würde er über Günther nachgedacht haben. Nein, dass er ihn ermorden würde, daran war noch nicht zu denken. Noch immer gab sich Bernie der Illusion hin, ihn irgendwann in den Griff zu bekommen. Ihn kleinzuhalten. Eine neue Strategie musste her. Der Bohnentrick. Zähneputzen. Illuminationshalluzinationen. Zur Not Laufen. Sprachkalibrationen. Kompatibilitätsübungen. Irgendwas. Da er keinen physischen Ruheort ausser seinem Bett kannte, machte er mentalistische Tricks. Schwarz als Weiss und Weiss als Schwarz. Er hatte seine Arbeitszeit erhöht. Das war schwierig gewesen, hatte sich aber als machbar erwiesen. Er ging einmal um den Block, zündete eine Kerze an und legte sich ab. Das Jahr war bewegt gewesen, also verbrachte er den Neujahrstag im Bett, als er um 9 in der Früh vom Friedhof nach Hause kam.

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