A*

Sternzeit 1010,7

Mein lieber Günther, bitte lass Bernie in Ruhe. Du hast ihn jetzt lange genug gepeinigt. Seit geschlagenen siebzehn Jahren kämpft das arme Tier mit Dir. Auch wenn die Schlägertruppe seit 6 Jahren überfällig ist und Bernie beinahe täglich damit rechnet, so kannst Du doch endlich einsehen, dass das alles nirgendwohin führt. Deine Versuchungen liegen täglich auf dem Weg und Bernie hat genug damit zu tun, seine tägliche Arbeit in der Werbeagentur zu verrichten. Er hat gewiss eine weltweite Biberratteneichhörnchenfamilie, er weiss es nur noch nicht. Die Werkssirene kündigt den Beginn eines langen Arbeitstages an. Was denkst Du Dir dabei, Du Arschloch ? Wenn Du wissen willst, wie es im Knast ist, dann begeh Deine Verbrechen doch selbst ! Bernie hängt gewiss etwas in den Seilen, aber er hat genug Therapieerfahrung auf dem Buckel um zu wissen, dass man für eine tägliche Arbeit – und sei sie noch so stupide – dankbar sein muss. Die endlosen Kaffees, die endlosen Zigaretten, die endlosen Flure die er hinauf- und hinuntergewandert ist haben ihn zu dem Tier gemacht, das er heute ist. Wenn man seine Feierabende schon nicht zu zweit verbringt, so lass ihm in drei Teufels Namen sein Feierabendbierchen. Nicht genug, dass die ewige Sinnfrage nirgendwohin führt, kommst Du ihm auch noch mit komischen Ideen um die Ecke. Der Herbst beginnt und es wird gemütlich in den Wohnungen. Auch wenn Bernie’ s ihm manchmal wie eine Zelle vorkommt, so hat er doch dort wenigstens das kleine bißchen Freiheit, die jedes Tier braucht. Elektrische Gitarren sind auch viel mutmachender als Bilanzsuizide. Er ist über den Rand und zurück und das war eine Menge Arbeit.

Also Günther, zum letzten Mal und mit loveandpeaceandempathy, belästige gefälligst deinen eigenen Arsch.

ewing

Advertisements

About this entry