Das Buch

Sternzeit 0987,4

Heute hat uns der Ameisenbär endlich etwas mehr über das Buch erzählt und uns sogar einige Geschichten daraus vorgelesen. Wer es geschrieben hat, hat er uns nicht verraten, aber er sagte, es handele vom Herrn der Gezeiten. Im zweiten Teil taucht dann der Mann auf, der durch die Wüste zog. Auch Gedichte und Lieder sind darin enthalten. Der Bär versicherte uns, dass jedes Wort für uns gilt und wir uns felsenfest darauf verlassen könnten. Er erhalte seine Inspiration aus dem Buch und wolle, dass es für uns ebenso wichtig werde wie für ihn. Darum werde er es in unseren Zusammenkünften künftig benutzen. Es war kurz nach dem Frühstück, als er unseren Wissensdurst etwas gestillt hatte und das Buch wieder verstaute. Dann setzte er sich wieder ans Ruder und befahl dem Frosch, seinen Platz an der Fockschot einzunehmen. Bis weit in den Nachmittag hinein, mindestens fünf Glasen nach dem Wachwechsel, hatten wir guten Wind und unsere Segel waren prall gefüllt. Heute hatten wir beschlossen, zur Nacht wieder einmal zu ankern, trotzdem benötigten wir natürlich eine Nachtwache. Das übernahm heute die Fledermaus. Als wir alle in unseren Kojen verschwunden waren, hatte sie endlich wieder einmal Zeit, zur Besinnung zu kommen. Sie schrieb alles, was heute geschah ins Logbuch, verzeichnete die Mondphase, legte den Farn hinein und klappte es zu. Dann liess sie sich ein wenig von den Geräuschen, die es nachts auf See gibt beruhigen. Sie hörte ein Klickern und ein Plätschern und dachte ein wenig darüber nach, wie wir den Delphin wieder ein wenig aufmuntern konnten. Der sternenklare Himmel liess die Szene beinahe etwas unwirklich erscheinen.

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