Einer von uns

Sternzeit 0948,7

Heute haben wir viel gelernt. Der Ameisenbär hat uns mehr von seinem Herrn erzählt. Er sagte sogar, dass er einer von uns geworden ist. ‘W-w-wie b-b-bitte ?’, fragte die Fledermaus. ‘Wir waren verloren, alle.’, sagte der Bär. ‘Da hat der Herr seinen Sohn geschickt, auf dass er ein Tier wird, wie wir alle.’. Dem Delphin wurde das schon wieder zuviel. Er schwomm wieder außerhalb seines Viertelmeilenradius. Auch die Spinne schien allergisch gegen dieses Seemannsgarn zu sein. Da hatte der Ameisenbär ein Einsehen. ‘Lasst uns angeln.’. Wir warfen unsere Angeln auf der Lee-Seite aus. Geduld, Geduld und abermals Geduld war nun die Lektion, die wir lernen mussten. Zum Glück schien die Sonne und wir hatten noch genügend grüne Flaschen an Bord. Außer dem Frosch fing jedoch niemand etwas. Der Ameisenbär zerlegte den Fisch fachmännisch und die Giraffe briet in uns in unserer Solarpfanne. Heute war der Ameisenbär zwar etwas mürrisch, trotzdem vergaß er nicht, vor der Mahlzeit mit knappen Worten zu danken. Wir wunderten uns, was für ein Tier der Herr der Gezeiten wohl geworden war. Und welcher Sohn war gemeint ? Nach der nächsten Wende echote die Fledermaus den Delphin an, er möge sich doch auch etwas von dem Fisch abholen. Dankbar kam er an, sprang aus dem Wasser und vertilgte sein Teil von dem Abendbrotfisch. Er war in letzter Zeit gar nicht mehr so oft traurig. Das musste damit zusammenhängen, dass er eine tierische Disziplin an den Tag legte und auf seinem Vorhutposten immer öfter sang, auch wenn es niemand hörte. Außerdem hatten wir es uns zur Gewohnheit gemacht, dass die Nachtwache auch den Mond genau beobachtete und das Logbuch mit kleinen Assoziationen dazu führte.

‘Abnehmender Mond, keine Schmerzen’, schrieb die Giraffe und klappte das Logbuch zu. Wir waren froh, dass nachts immer einer Wache hielt. Niemand schien überfordert und wir wechselten uns regelmäßig ab.

Advertisements

About this entry