Durst

Sternzeit 0941,2

Langsam begannen wir uns Sorgen zu machen. Der Ameisenbär hatte heute mächtig einen über den Durst getrunken. Dann erzählte er immer so komisches Zeug. Er öffnete sich ungelogen eine grüne Flasche nach der anderen und ging uns mit seinem Auftrag vom Herrn der Gezeiten mächtig auf den Geist. Die Spinne bekam zwar langsam Heimweh, so wie der Ameisenbär Fernweh hatte, aber wir mussten alle unser Bestes geben, um den Bären zu überzeugen, doch etwas kürzer zu treten. Er erwähnte immer so ein komisches Fremdwort, ‘Zünde’ oder ‘Chünde’ oder so ähnlich. Damit konnten wir alle überhaupt nichts anfangen. Wir wussten nur, dass er doch eigentlich nüchtern bleiben musste, war er doch schliesslich unser Kapitän. Nun, dass würde sich irgendwie ergeben, wir hatten ja die Seekarten und wir konnten auch ganz gut einen Tag ohne ihn navigieren. Wir hatten unseren Kurs inzwischen auf 35° angepasst. Der Verklicker in Kombination mit der Karte verriet uns, wann wir wenden mussten. Die Spinne und die Giraffe legten den Ameisenbären also schon um 6 Glasen in seine Koje. Der Delphin schwamm noch eine Runde, um unsere Umgebung abzusichern, bevor wir heute einmal ankern konnten. Wir waren nämlich alle so erschöpft, dass wir der Nachtwache, die heute die Fledermaus hatte, nicht zumuten wollten, auch noch den Kurs zu halten. Da wir keine bessere Idee hatten, setzten wir uns ohne den Ameisenbären zusammen um den Herrn der Gezeiten anzurufen, er nannte es immer ‘beten’.

‘Beschütze uns auf unserem Weg und lass dich von uns finden. Wir suchen den optimalen Kurs. Unser Lehrer ist besoffen, deshalb pass gut auf uns auf. Senke den Frieden der Nacht über unser Floß und hilf auch dem Delphin, über seinen Liebeskummer hinwegzukommen. Bmen (Verzeihung, Amen).’ Besser bekamen wir es heute Nacht nicht hin. Als wir endlich alle schlafen gingen, sahen wir noch, dass es schliesslich Vollmond geworden war.

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