Zwei neue Passagiere

Sternzeit 0925,3

Heute haben wir Zuwachs bekommen. Ich erzähle Euch, wie es dazu kam.

Wir waren weiterhin auf Kurs Nord-Ost-Ost, 30°, und wir hatten etwa Windstärke 4. Etwa gegen fünf Glasen verfing sich eine Fledermaus in unserem Grossegel. Allein konnte sie sich nicht mehr befreien. Wir wunderten uns sehr, wo sie denn wohl herkam, denn wir waren schon lange nicht mehr in Küstennähe. Sie musste einen sehr weiten Weg zurückgelegt haben. Die Giraffe schaltete sofort und kletterte in den Baum, um die Fledermaus zu bergen. Der Frosch wollte soeben in dem kleinen Kabuff im Bug nach etwas Trinkbarem suchen, denn die Fledermaus musste großen Durst haben, als ihm eine Spinne über den Weg lief. Was war denn das ? ‘Wo bin ich ?’, fragte die Spinne, ‘ich muss wohl etwas geschlafen haben…’. ‘Du bist auf hoher See. Doch nun komm mit, wir müssen der Fledermaus helfen.’, sagte der Frosch. ‘D-d-danke.’, sagte die Fledermaus, als sie ein eiskaltes Glas klares Wasser vom Frosch gereicht bekam, sie stotterte etwas. Nun waren wir schon zu sechst. Wir erzählten unseren beiden neuen Passagieren, dass wir auf dem Weg zum Herrn der Gezeiten waren und uns schon vor einigen Tagen auf den Weg gemacht hatten. Erst wollten sie uns nicht glauben, wusste doch jeder, dass Ebbe und Flut abhängig von der Anziehungskraft des Mondes sind. Der Ameisenbär erzählte doch bestimmt nur Märchen. Wie dem auch sei, wir mussten die arme Fledermaus in den nächsten Tagen etwas aufpäppeln. Ganz freiwillig meldete sich die Spinne zur heutigen Nachtwache.

Wie zum Hohn schien heute Nacht ein besonders heller Mond, aber er war noch nicht ganz voll.

Advertisements

About this entry